Der Gorilla sein oder den Gorilla schlagen

Ein männlicher Silberrücken-Gorilla blickt mit verschränkten Armen auf den Betrachter. Wenn man zurück auf das Platzen der Dotcom-Blase in den Jahren 2000 und 2001 blickt, kann man einige Lehren und Parallelen für die heutige Zeit ableiten. Jedoch glaube ich fest, dass wir uns im Jahr 2018 mit Bezug auf das Internet- und Tech-Business nicht in einer Blase befinden. Es gibt aber definitiv andere Blasen.

  1. Einige Firmen haben ohne Marktanalyse oder Due Dilligence in den Markt investiert.
  2. Die DD hat auch bei der Analyse und der Zusammensetzung der C-Level Teams versagt.
  3. Einige Investoren haben die Start-Ups mit Funding zugeschüttet, mit dem Ergebnis, dass einigige der Gründungen sehr viel Geld für das gegenseitige Abwerben von sogenannten Talenten ausgegeben haben und noch viel mehr Ressourcen auf verschwenderischen Partys oder „Release Days“ verschwendet, ohne vorher überhaupt ein Produkt oder zuminmdest Minimum Viable Product zu haben.

Zwischenfazit

buildItFirst

Status quo im Fundraising

Track Record und/oder Insider-Status, aus dem Vollen schöpfen

Wenn man im Fundraising in einem beliebigem Bereich ein klassischer Outsider ohne Historie in der Industriekategorie ist, ist es insbesonder im Tech-Bereich oftmals nicht nachvollziehbar, welche Summe manche Insider mit Track Record abrufen können, obwohl es vielleicht nur eine vage Idee eines neuen Projekts gibt. Im Ergebis gibt es besagte große Finanzierungsrunden ohne Produkt oder Traktion, hohe Anzahl und vergleichsweise teure Arbeitnehmer und eine sich überschlagende Fach- und Mainstream-Presse

Kein Track Record und/oder Outsider-Status, Basisarbeit

  1. Man sollte nicht die Zeit vergeuden und sich mit dem größeren Wettbewerber vergleichen. Der Fokus sollte auf dem Produkt, dem Service oder der Lösung eines skalierfähigen Problems liegen. Erste Zahlen und wirtschaftliche Erfolge des MVP sollten sichtbar sein: Kunden und Traction. Wenn man in der frühen Phase genötigt ist, das Setup sauber, datengetrieben und Präzise aufzusetzen kann man durchaus mit überfinanzierten, teils erstaunlich behäbigen und satten C-Level Gründer und Serial Entrepreneuren mithalten, diese sogar durch Agilität überflügeln und den Gorilla (Goliath) schlagen.
  2. Im Krieg, wie auch bei Start-ups gilt, dass eine Guerilla-Taktik am Boden geführt werden kann. Diese kann beim Wettberwerb oder Gegner, um im Bild zu bleiben, Schock und Ehrfurcht auslösen und die metaphorische Luftüberlegenheit durch ein Funding in Milliardenhöhe in Luft auflösen. Ein Erfolg (durch Besetzung von Nischen, späte Investitionsrunden oder ein Exit) kommt in der Regel mit vielen Jahren harter Arbeit, einem täglichen Überlebenskampf und setzt zwingend ein engagiertes Team und eine klare Kommunikation der Vision des Führungsteams an alle Teammitglieder voraus.

Die Antwort auf die Frage nach "Beating or beeing the Gorilla" kann als zwei Seiten einer Medaille unterschiedlich beantwortet werden. Wer nicht „agil und beweglich“ bleibt und bereit ist, sein Unternehmen selbst disruptiv herauszufordern kann mit beiden Methoden des Company Buildings scheitern.