Journalismus, Aktivismus, Propaganda

Eine klassisches, mechanische Telefon verstaubt auf einer Werkbank.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Anbei folgt eine Begründung, die sich aus meinem Lebenslauf ergibt, warum ich für einige Medien nicht mehr zur Verfügung stehe.

In der Vergangenheit stand ich für die vor Jahren noch mit hoher journalistischer Qualität, Sorgfalt und Ethos erstellten und ehemals reichweitenstarken Medien, wie ARD, ZDF, Deutschlandfunkt, Die Zeit, Der Spiegel und Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, sowie BILD als die führende Boulevardzeitung Deutschlands als Experte zur Verfügung. Dies ist als aufgeklärter und liberaler Mensch heutzutage nicht mehr möglich ohne eigene Ideale und Prinzipien zu verraten.

Die Liste der zu kritisierenden Medienhäuser lässt sich spielend deutlich erweitern, gerade auch die Häuser im Besitz von Parteien oder parteinahen Stiftungen müssten aufgeführt werden. Ich kapriziere mich bewusst auf die Medien, mit denen ich in der Vergangenheit direkt zusammengearbeitet habe und von denen ich Erfahrungen aus erster Hand besitze.

Warum jeder aufhören sollte, mit den „progressiven Medien“ zu sprechen, von ihnen zu kaufen oder Geschäfte zu tätigen?

Haltungsjournalismus, Vermischung von Meinung und Bericht

Begründet wird die Entscheidung mit eklatanten, systemimmanenten Qualitätsmängeln, einer einseitigen politischen Agenda und den Auswüchsen von Gesinnungs- und Haltungsjournalismus in diesen mit Hybris und Heuchelei bis zum Rande zugestopften Medienhäusern. Die einseitig gesetzten, die Wirklichkeit verzerrt abbildenden Narrative und das Framing* einer langen Liste von Verlagshäusern sind Ursachen zahlreicher Skandale. Exemplarisch sei auf die „DER SPIEGEL Affaire 2.0“ (Claas Relotius, 12/2018) und diverse Debatten über den überhandnehmenden, politisch korrekten Haltungsjournalimus (Georg Restle et al., 07/2018) und die zunehmende unsaubere Vermischung von Meinung (Kommentar) und Bericht (Reportage) seit dem Millenium verwiesen. Das ist leider kein Journalismus sondern Aktivismus und Propaganda**.

Den Geldhahn zudrehen

Manchmal müssen Dinge bis zum bitteren Ende verrotten, um wieder offen für Revitalisierung und Verbesserung zu sein. Die Geldzufuhr über Abos, Einzelkauf, Anzeigen und bezahlte Inhalte verzögert diesen dringend notwendigen Prozess nur. Konkret bedeudetet dies: keine Abonnements, Heft-Einzelkäufe, Anzeigen, Webeseitenbesuche und Klicks, Platzierung von bezahlten Inhalten, Diskussionen, Interaktionen oder andere Kommunikationsformen, die den Haltungsjournalismus aufwerten würden, sondern ausschließlich auf Fakten basierte Dekonstruktion.

Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von ARD, DLF, ZDF, etc. gilt analog: Verweigerung der Zahlung von Rundfunkbeitrag (ehemals GEZ), usw. für plump-infantile Propaganda, sowie exorbitante Pensionen.

Ich bin gespannt, wie lange die Krise des Journalismus andauern wird.

Definitionen*, **:

„Framing bedeutet, einige Aspekte einer wahrgenommenen Realität auszuwählen und sie in einem Text so hervorzuheben, dass eine bestimmte Problemdefinition, kausale Interpretation, moralische Bewertung und / oder Handlungsempfehlung für den beschriebenen Gegenstand gefördert wird.“ - Robert M. Entman: Framing: Towards a Clarification of a Fractured Paradigm, 1993

Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden - de.wikipedia.org/wiki/Propaganda